Pilotprojekt: Sportmeile am Friedenshof

In Wismar soll es mit dem Sport aufwärts gehen. Ein Sportentwicklungskonzept liegt auf dem Tisch. Es zeigt auch auf, wo der Schuh drückt.

Wismar. Am Wismarer Friedenshof soll Wismars Sportmeile entstehen. Für Vereins- und Freizeitsportler, für Jung und Alt. Alte Sportanlagen werden saniert, neue kommen hinzu. Alle werden miteinander verbunden. Im neuen Sportentwicklungskonzept heißt das Pilotprojekt „Sport- und Bewegungszentrum“.

Das Konzept

Bei der Entwicklungsplanung für den Sport in Wismar kooperiert die Stadt mit dem Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam. Der Ist-Zustand wurde ermittelt, eine Bedarfsanalyse erstellt.

Analysiert wurde die Situation in Vereinen, beim selbstorganisierten Sport, in Kitas und Schulen, der Sportanlagen sowie von öffentlichen Grünanlagen, die in den Sport einbezogen werden können. Ein Sportstättenkataster zeigt auf, was vorhanden ist und wo der Schuh drückt.

Es gehe darum, so Prof. Jürgen Rode vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung, „Entscheidungen für morgen zu treffen und eine bedarfsorientierte Zukunftsplanung für die Kommune und ihre Bürger zu entwerfen“.

Politik entscheidet

Geplant ist, dass in der Juni-Sitzung der Bürgerschaft das Sportentwicklungskonzept beschlossen werden soll. Es soll eine Arbeitsgruppe geben, die über den Fortschritt wacht. „Das Konzept ist nur dann etwas wert, wenn es in den nächsten Jahren maßvoll umgesetzt wird“, so Prof. Michael Barsuhn vom Potsdamer Institut.

Das Pilotprojekt

Die Sportmeile erstreckt sich vom Friedenshof II bis zum Kurt-Bürger-Stadion. Im Bereich der Brecht-Regionalschule und Friedenshof-Grundschule wird eine Zweifeldhalle vorgeschlagen (Kosten etwa 4,2 Millionen Euro), um den Fehlbedarf abzudecken. Die Kapitänspromenade könnte mit Sportgeräten aufgewertet werden.

Zentraler Punkt ist der derzeit ungenutzte Sportplatz vor der Hochschul- und alten Brechtsporthalle. Die Planer sehen hier ein Erweiterungspotenzial von 28000 Quadratmetern. Neben einer Kunstrasenfläche wäre hier Platz für ein Lauf- und Hindernisparcour, eine Boulderlandschaft für Kletterer, Skaterpark, Trainingsgeräte unter freiem Himmel und der Beginn der Laufstrecke zum angrenzenden Park. Kosten für den Sportpark: rund 4,2 Millionen Euro.

Der benachbarte Park ist für alle Nutzergruppen: Läufer (Kunststoff), Radfahrer (Asphalt), Skater (Asphalt/Beton). Kosten für die etwa 600 Meter lange Laufstrecke, einschließlich Beleuchtung: 45 000 Euro.

Weiter geht es durch die Käthe-Kollwitz-Promenade, die als sportlicher Grünzug mit Trainingsgeräten unter freiem Himmel, Boule-Anlage, Senioren-Sportgeräten (Kosten 50 000 Euro) zum Kurt-Bürger-Stadion und den angrenzenden Sportplätzen führt. Auch hier ist an eine etwa 1600 Meter lange Laufbahn gedacht, die die Sportangebote miteinander verbindet (Kosten: 100 000 Euro). Gerade für die Wintermonate soll ein Fußballfeld überdacht werden, um Trainingsmöglichkeiten zu schaffen. Kosten: 750 000 Euro. Mit weiteren 200 000 Euro sollen die beiden Kleinspielfelder saniert werden.

Bessere Sporthallen

Das Entwicklungskonzept listet außerdem eine Reihe von Empfehlungen auf. Diese reichen von beleuchteten Fuß- und Skaterstrecken, dem Öffnen von Schulhöfen mit Sportangeboten bis zu Sportanlagen, die aufzuwerten sind. Für den Um- und Neubau oder Erweiterung werden die Sporthallen der Ostsee- und Brechtschule (beide Trägerschaft der Stadt) sowie die Hallen der beiden Gymnasien und die der Goethe-Gesamtschule (Träger Landkreis) vorgeschlagen. Sanierungsfälle sind die Hallen am Köppernitztal, an der Bürgermeister-Haupt-Straße 25, der Musikschule am Turnplatz und die alte Brechthalle am Friedenshof.

Bessere Fußballfelder

Nachholebedarf gibt es auch bei den Fußballplätzen an der Bürgermeister-Haupt-Straße und an der Bebberwiese in Dargetzow. Für den Platz in Dargetzow sowie am Friedenshof, der derzeit gesperrt und Teil des Pilotprojektes ist, wird ein Kunstrasenbelag empfohlen.Ein Spielfeld an der Bürgermeister-Haupt-Straße sollte eine Teilüberdachung erhalten. Dies gibt es in Berlin, Belgien und Frankreich. Damit könne Druck von den Hallenzeiten im Winter genommen werden, wenn Fußballer ausweichen müssen. Außerdem ist dies finanziell erheblich günstiger als der Bau einer neuen Halle.

 

Quelle: OSTSEE-ZEITUNG.de vom 12. April 2018, Heiko Hoffmann

URL: http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Wismar/Pilotprojekt-Sportmeile-am-Friedenshof