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Stendal: Unter Licht um den Stadtsee

Welche Bedingungen bietet die Hansestadt Stendal ihren Einwohnern zum Sporttreiben? Eine Studie gibt Anregungen.

Für die Studie hatte das Institut mit Sitz in Potsdam in einer repräsentativen Umfrage 4000 Einwohner schriftlich befragt, zudem Sportvereine online. „Die Stendaler sind ganz normal“, attestierte ihnen Rode mit Blick auf gesamtdeutsche Erhebungen. Das betrifft sowohl die Beteiligung an der Befragung – 762 Personen bzw. 19 Prozent nahmen teil – als auch die Ergebnisse.

Zwei Drittel sind Individualisten

Das Gros der Stendaler – befragt wurden auch Einwohner der Ortsteile – treibt für sich selbst Sport, ist also dabei nicht in Vereinen organisiert. Rund zwei Drittel sind da als Individualisten unterwegs. Jeweils 13 Prozent sind in Vereinen aktiv und bringen sich im kommerziellen Bereich, beispielsweise in Fitnessclubs, in Schwung.

Auch bei den Motiven fürs Sporttreiben und für Bewegung liegen die Stendaler im bundesweiten Trend. Wohlbefinden, Spaß, Gesundheit und Fitness haben die Befragten am häufigsten als ihre Beweggründe genannt. Das seien positive Motive, nahm Rode eine wissenschaftliche Einordnung vor. Das heißt, es gibt auch negative. Die nannten Einwohner der Hansestadt ebenfalls als Gründe für sportliche Aktivitäten: Bewegungsmangel und Stressabbau gehören dazu.

Es gibt auch eine Reihe von Menschen, die nach der Devise „no sports“ leben, machte Rode deutlich. Das treffe für etwa ein Drittel der Deutschen zu. In Stendal scheint die Quote der „Sport-Muffel“ geringer, zumindest legt das die Befragung nahe. 74 Prozent der Bürger gaben dort nämlich an, dass Sport für sie mehr oder weniger zum Alltagsleben gehört.

Öffnung von Schulhöfen

Am beliebtesten bei Sport und – nicht zu vergessen – Bewegung sind Radfahren, Fitness/Kraftsport, Joggen/Laufen und Spazierengehen. Da verwundert es nicht, dass die meisten Einwohnern – nämlich 47 Prozent – angaben, auf Straßen- und Radwegen sowie Wald- und Parkwegen zu „sporteln“.

So war dann bei der Befragung ein häufig geäußerter Wunsch nach weiteren Radwegen und deren Lückenschließung. Weitere waren die Modernisierung von Sporthallen und -plätzen und die Schaffung wohnortnaher Sport- und Bewegungsanlagen.

Daraus und aus weiteren Erkenntnissen leitete das Institut für kommunale Sportentwicklung eine Reihe von Empfehlungen ab. Dazu zählen die Erweiterung von Sportplätzen für selbstorganisierten Sport wie Walken, Skaten, Volleyball, die Vernetzung von Schul- und Radwegen, der Bau von Outdoor-Fitnessanlagen in Parks und auf Grünflächen.

Bei anschließenden Workshops mit Stendalern sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU) er könne sich vorstellen, dass neben den Fitness-Parcours im August-Bebel-Park und an der Fachhochschule weitere angelegt werden. Auch die Beleuchtung der Strecke um den Stadtsee sei denkbar, damit Jogger, Walker, Spaziergänger sie auch nach Einbruch der Dämmerung besser nutzen können.

Kontrovers wurde im Workshop die vom Institut vorgeschlagene Öffnung von Schulhöfen, die mit Sportgeräten bestückt werden sollten, diskutiert. Den Bürgern ein solches Angebot zu unterbreiten, wurde zwar als logisch und sinnvoll betrachtet, doch immer wieder wurde das Schreckgespenst der Randale für die nach Schulschluss unbeaufsichtigten Flächen gemalt.

Von Bürgern wurde angeregt, auf durch Abriss entstandenen Freiflächen im Stadtseegebiet Sportmöglichkeiten zu schaffen und das Gelände des ehemaligen Otto-Krause-Bades zwischen Osterburger Straße und Galgenberg zu einem Freizeitsportzentrum zu machen.

Die Debatte um die kommunale Sportentwicklung der Stadt geht weiter.

Volksstimme.de vom 19.04.2019, Volker Langner, Stendal

Quelle/ URL: https://www.volksstimme.de/lokal/stendal/sportstudie-unter-licht-um-den-stadtsee

Kinder beim Start an einer Laufbahn

„Schleswig in Bewegung“ – Kooperative Sportentwicklungsplanung für die Stadt Schleswig

Der Kultur-, Sport- und Tourismusausschuss hat im Jahr 2017 die Erarbeitung einer kooperativen Sportentwicklungsplanung beschlossen. Die Planung wird vom Kreissportverband Schleswig-Flensburg, Vertretern von Vereinen & Verbänden, der städtischen Politik sowie weiteren Vertretern von Interessensvertretern (z. B. Jugendkonferenz, Seniorenbeirat,…) begleitet. Die Lenkungsgruppe hat für die Umsetzung das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung e. V. (INSPO) ausgewählt.

 

Die Stadt Schleswig liegt im nördlichen Schleswig-Holstein im Kreis Schleswig-Flensburg direkt an der Schlei, einem Meeresarm der Ostsee. Auch in Schleswig unterliegen der Sport sowie die bewegungsaktive Freizeit und Erholung derzeit einem starken Wandel. Dies ist nicht nur auf den demografischen Wandel, sondern auch auf ein deutlich verändertes Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer zurückzuführen. Die Nachfrage verändert sich in Quantität und Qualität. Ausgehend von einem erheblichen Sanierungsbedarf bei den Sportanlagen stellen sich in Schlweswig ebenfalls die Fragen nach dem zukünftigen Bedarf sowie der Dimensionierung der Anlagen. Bei den Außenanlagen möchte Schleswig auch auf die Multifunktionalität eingehen: Was muss wo neugebaut werden? Was kann geöffnet werden? Wo kann eine Mehrfachnutzung ermöglicht werden? Was ist organisatorisch dazu erforderlich?

Über die Sportanlagen hinaus sind im öffentlichen Raum zahlreiche weitere Bewegungsflächen vorhanden: Als Parkanlagen ausgewiesene Grünflächen entlang der Schlei, darunter das Sportband auf den Königswiesen mit Bewegungsparcours und Minigolfanlage, sowie Kälberteich und Polierteich (auch Klinikgelände), an der Bellmannstaße, An der Schützenkoppel, am Herkulesteich sowie Schloss Gottorf und das große Gelände des Tiergartengeheges. Eine Besonderheit in Schleswig ist der breit aufgestellte Wassersport, der in vielerlei Hinsicht eng mit dem Tourismus verknüpft ist. Vorangestellt sei das Sportbad mit Sauna Fjordarium, das von den Stadtwerken betrieben wird.

Das INSPO wird im Rahmen der kooperativen Sportentwicklungsplanung unter dem Motto „Schleswig in Bewegung“ konkrete Handlungsempfehlungen für die Stadt Schleswig erarbeiten.

Projektzeitraum: 2019 – 2020

Sportstätteninfrastruktur in der wachsenden Stadt

Auf Einladung des Landessportbundes Berlin diskutierten am 27. März 2019 rund 60 Vertreter aus Politik, Verwaltung und organisierten Sport – darunter viele Berliner Vereine – dieses herausfordernde Thema. Auch das INSPO war im Rahmen eines Workshops mit dabei. Eine gelungene Veranstaltung!

Fußballplätze auf den Dächern von Supermärkten, Skaterbahnen unter Autobahnbrücken oder Doppelstocksporthallen – ist das die Lösung, um den drohenden Kollaps der Berliner Sportinfrastruktur zu vermeiden? Nach bisher zwei erfolgreichen Veranstaltungen setzte der Landessportbund Berlin am 25. März 2019 seine Diskussionsreihe „Sport, Vereine, Zukunft: Berlin“ fort. Dieses Mal standen die „Sportflächen in der wachsenden Stadt” im Fokus. Karin Schwarz-Viechtbauer, Geschäftsführerin des Österreichischen Instituts für Schul- und Sportstättenbau, erläuterte anhand von Beispielen, welche Strategien eine wachsende europäische Metropole entwickeln kann, um genug Raum für Sport und Bewegung für alle zu schaffen. Ziel müsse es sein, mit einer Anlage möglichst viele Nutzer zu erreichen, z. B. indem Teile von Sportanlagen stärker als bisher geöffnet würden oder der öffentliche Raum vermehrt als Sport- und Bewegungsraum begriffen werde. Man müsse Sport als identitätsstiftende Infrastruktur begreifen. Ein Beispiel: Die Sport- und Freizeitmeile Krems, die wenige Tage zuvor auf einer Zukunftskonferenz öffentlich vorgestellt wurde. Die niederösterreichische Stadt und ihre Bewohner sollten näher an die Donau gebracht werden.  Geplant seien 19 Stationen, mit Kletterwand, Sport- und Schwimmhalle, Motorikpark, Trampolins und einen Skaterpark. Ein Modell auch für Berlin?

Berlins Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki verfolgte interessiert, welche Konzepte unsere Nachbarn haben, um Lösungsalternativen für die großen Herausforderungen von Berlin – das Wachstum um 250.000 Menschen in den vergangenen Jahren und die steigende sportliche Aktivität der Berliner – ableiten zu können. Derzeit arbeite der Senat an einer Sportentwicklungsstudie. Man wolle zunächst erkunden, wie sich die Bezirke entwickeln müssten, damit der Sport hinterherkomme. Ein zentrales Thema sei dabei die transparente Sportstättenvergabe. Ressourcen in der Stadt müssten voll ausgenutzt werden. Dafür baue der Senat eine aussagekräftige Datenbank auf und schaue sich jede Anlage genau an.

LSB-Präsident Thomas Härtel lobte die Entscheidung des Senats, 60 neue Schulen mit 300 Hallenteilen zu bauen. Die sei ein Lichtblick für den Berliner Sport. Es sei wichtig, dass sich Schule öffne. Es gehe auch um die Frage, wie sich mehr Bewegung in den Schulalltag hineinbringen lasse. Er wolle diese Frage stärker in den Blick nehmen und hatte daher im Januar 2019 zu einem Runden Tisch „Bewegung an Schulen“ eingeladen, um mit allen beteiligten Akteuren darüber ins Gespräch zu kommen. Es gab aber auch kritische Töne:  Beim Senat müsse der LBS ressortübergreifendes Denken immer lange vorbereiten und immer wieder einfordern. Hier stünde man noch ganz am Anfang.

In den folgenden Arbeitsgruppen kamen die 60 Teilnehmer/-innen zu folgenden Ergebnissen:

AG 1 Stadtentwicklung durch Sport: Bezirkliche Sportstättenplanung als Anker der Sportvereine, geleitet von Prof. Michael Barsuhn, Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung

Es seien Lösungen gefragt, mit denen der organisierte Sport stärker an der Planung partizipieren könne. Geschlossenheit sei gefragt, es brauche kreative Partner innerhalb des Sports und verstärkte Kooperationen. Der Sport müsse geschlossen auftreten und mit einer Stimme sprechen. Die nun in fünf Berliner Bezirken begonnene Sportentwicklungsplanung sei da ein guter Anfang.

AG 2 Sportvereinszentren: Leuchttürme oder Exoten in Berlin? Geleitet von Jörg Schultze-Eichenberg, Turngemeinde in Berlin

Bei gemeinsamen Bauprojekten müsse die Baukompetenz der Senats-Sportverwaltung einbezogen werden. Fusionen von kleineren Sportvereinen seien nur dann zielführend, nur wenn am Ende mehr für den Sport herauskomme. Der Senat wurde aufgefordert, die Förderung zu erhöhen. Gleichzeitig seien große Vereine wichtige Partner auf bezirklicher Ebene und übernähmen mit ihrem Know How und ihren Strukturen wichtige Aufgaben für die Sport- und Bewegungsförderung in der wachsenden Stadt.

AG 3 Alternative Sporträume in der wachsenden Stadt, geleitet von Christian Siegel, DOSB, und Elke Duda, TSV Wittenau

An den Berliner Senat und den LSB wurde die Forderung gerichtet, Vereine bei der Suche nach alternativen Sportflächen stärker zu unterstützen. Es bestehe ein riesiges Potenzial, über diesen Weg den informellen Sport in den organisierten Sport zu bringen.

AG 4 Sport auf Schulflächen, geleitet von Dr. Hermann Budde, Landesbeirat Schulbau

Es wurde die Idee entwickelt, neben neuen Hallen, die hochstandardisiert gebaut würden, pro Bezirk auch ein, zwei Sporthallen für spezielle Sportarten zu errichten, die von der Standardbauweise abwichen. Der Senat wurde aufgefordert, Verbände und Vereine frühzeitig an Planungsprozessen zu beteiligen, z. B. durch einen regelmäßigen Jour Fixe mit dem jeweiligen Bezirksstadtrat.

Landessportbund Berlin vom 27.03.2019, Text: Oliver Weiß

Quelle/ URL: https://lsb-berlin.net/aktuelles/news/details/wege-aus-dem-drohenden-sportstaettenkollaps/

Kreative Ideen für die Stadt Freising: Sportentwicklungsplanung im Kulturausschuss vorgestellt

Freisinger Vereine klagen darüber, dass sie zu wenig Hallenzeiten bekommen. Das ist das Ergebnis einer Studie. Die Stadt will eine Zeitleiste erstellen, anhand derer Empfehlungen aus der Expertise umgesetzt werden sollen.

Qualitativ ist die Stadt mit ihren Sportstätten ganz gut aufgestellt, quantitativ muss nachgesteuert werden: So lässt sich in aller Kürze zusammenfassen, was die Studie zur integrierten Sportstättenplanung in Freising ergeben hat. Wünschenswert wäre demnach, bestehende Sportanlagen der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen und so eine Verknüpfung von Vereinen und nicht organisiertem Sport zu schaffen. Auch Kooperationen zwischen Vereinen und Seniorenheimen oder Kindertagesstätten wären erstrebenswert.

Generell fehlen in Freising Hallenkapazitäten, gut ausgestattete, ästhetische Gymnastik- und Krafträume, Radwege sowie eine weitere multifunktionale Außensportanlage, wie Professor Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) am Dienstag im Kulturausschuss bei der Präsentation der Studie aufzählte. Sein Institut war im Oktober 2017 beauftragt worden, den Freisinger Sport in allen Facetten unter die Lupe zu nehmen, um dem Stadtrat Handlungsempfehlungen für die Zukunft zu geben. Begleitet wurde der Prozess von einer Steuerungsgruppe unter Leitung von Bürgermeister Johann Hölzl, in der Vertreterinnen und Vertreter der Stadtratsfraktionen, der Verwaltung sowie des organisierten Sports mitgearbeitet haben, und die als Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplanung fortgeführt werden soll.

„Die Untersuchung ist hochrepräsentativ“

Im Februar 2018 wurden zudem 5000 per Zufallsstichprobe ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit einer Bedarfsanalyse an dem Prozess beteiligt. Sie wurden zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten befragt – und der Rücklauf bei den Fragebögen war mit 28 Prozent höher als erwartet, wie Barsuhn am Dienstag sagte: „Das ist eine tolle Quote, das heißt, die Untersuchung ist hochrepräsentativ.“ Weitere Impulse für die Endfassung der Studie kamen von einer Befragung der Schulen und Vereine, so dass der Stadt nun ein umfassendes Bild vorliegt – von den Wünschen und Erwartungen der Sporttreibenden, aber auch von den Bedingungen, die sie vorfinden.

Tatsächlicher Handlungsbedarf besteht demnach bei den Sporthallen an den Grundschulen in Vötting und Neustift sowie am Hofmiller-Gymnasium. Hier sind die entsprechenden Neubauten von Zwei- oder Dreifachturnhallen bereits geplant, wie Barsuhn unterstrich: „Sie sehen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind, aber diese Hallen müssen auch kommen.“ Denn immerhin 50 Prozent der beteiligten Vereine haben bei der Befragung über Probleme bei den Hallenzeiten geklagt: „Da sieht man deutlich, wo der Schuh drückt.“ Weil vor allem die Fußballer im Winter stark in die Hallen drücken, wäre eine überlegenswerte Alternative Barsuhn zufolge eine Überdachung vorhandener Spielflächen.

Die Savoyer Au sei ein „glänzende, schöne Anlage“, findet Barsuhn

Bei den Außenplätzen müsste auf dem Nusserplatz in der Luitpoldanlage sowie dem Jugendplatz in Attaching bald gehandelt werden, fasste Barsuhn weiter zusammen: „Über eine glänzende, schöne Anlage verfügt die Stadt dagegen mit der Savoyer Au.“ Dennoch würden die Vereine auch im Freiluftbereich zum Teil über fehlende Wettkampfflächen klagen. Von den 13 vorhandenen Großspielfeldern seien elf derzeit uneingeschränkt nutzbar, rechnerisch brauche man in Zukunft wohl 15, so der Professor. Hier wäre es gut, wenn die Anlagen der Vereine um Sportmöglichkeiten für den nicht organisierten Freizeitsport ergänzt werden könnten. Vor allem im Entwicklungsgebiet „Freisinger Norden“ reiche die Naturrasenfläche der SG Eichenfeld auf lange Sicht nicht aus, sagte Barsuhn und schloss eine „klare Empfehlung für ein neues Großspielfeld mit Regelmaß“ im Norden der Stadt an. Auch über aus Gründen der Nachhaltigkeit umstrittene Kunstrasenflächen müsse gleichwohl gesprochen werden – und: Man müsse Kooperationen fördern, die Sportanlagen öffnen und die Bürger dorthin einladen, so die weiteren Empfehlungen des Sportprofessors.

Im Kulturausschuss herrschte Einigkeit, dass Sportentwicklung Stadtentwicklung bedeute und die Handlungsempfehlungen aus der Sportstättenplanung nun alsbald umgesetzt werden müssen. Sportreferent Helmut Weinzierl (SPD) erklärte, dass das in einer ständig wachsenden Stadt „in zehn Jahren über die Bühne gehen muss“. Und weil man für all das auch Flächen braucht, sollen in naher Zukunft Gespräche mit der Fachhochschule und der TU in Weihenstephan geführt werden. Denn dort oben wäre zum einen wohl noch Platz, hieß es – und zum anderen würden die Studierenden die Sportstätten der Stadt in nicht unerheblichem Maß nutzen. Beschlossen wurde am Ende, die Handlungsempfehlungen aus der vorliegenden Studie nun mit Prioritäten sowie Kostenschätzungen zu versehen und dann auch eine „Zeitleiste für die Umsetzung“ vorzugeben.

 

Süddeutsche Zeitung vom 13.02.2019, Kerstin Vogel, Freising

Quelle/ URL: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/freising/freisinger-sportstaetten-wo-der-turnschuh-drueckt-1.4329364

INSPO erarbeitet Sportentwicklungsplan für die Stadt Gera

Hauptausschuss stimmte Auswahl zu. „Ohne Plan, keine Förderung“, sagt Fachdienstleiter René Soboll.

Gera. Gera bekommt einen Sportentwicklungsplan bis 2030. Er soll nicht nur die Sportstätten planen, sondern auch die Sportentwicklung in der Stadt insgesamt.

Den Plan erarbeiten wird das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg. Der Hauptausschuss des Geraer Stadtrates bestätigte am Montag dieses Ergebnis des Leistungswettbewerbes, in dessen Verlauf drei Bewerbungen eingegangen waren. Der Auftrag könne erst ausgelöst werden, wenn der Betrag Haushalt 2019 genehmigt ist.

Die Notwendigkeit für einen neuen Plan ergibt sich aus dem Thüringer Sportfördergesetz vom Dezember 2018. „Es ist die heilige Bibel für die zukünftige Förderung“, sagt Fachdienstleiter Sport und Ehrenamt, René Soboll. „Ohne Plan, keine Förderung“, erklärt er.

Das Gesetz erlegt auch der Stadt Gera auf, alle zehn Jahre eine Sportstättenentwicklungsplanung zu erstellen oder fort­zuschreiben. Jene beschreibt den Bestand und fehlende Sport- und Spielanlagen. Die ­alte Geraer Sportstätten­entwicklungsplanung stammt von 2008. Sie ist inzwischen zu alt, um Sportstättenbau in Gera ­fördern zu können. Denn die neue Förderrichtlinie verlangt Sport- und Spielstättenleitpläne, die nicht älter als fünf Jahre sind, heißt es in der Beschlussvorlage. Zwar wurde der bisherige Sportentwicklungsplan Gera 2020 per Beschluss im Jahr 2016 an­gepasst, doch die Basis seien noch immer Daten von vor elf Jahren.

Von Anfang an sei der Stadtsportbund Gera e.V. in die Vorbereitung der neuen Sportentwicklungsplanung als Dachverband der Geraer Sportvereine einbezogen gewesen, so Soboll. So habe er beispielsweise bei der Leistungsbeschreibung für den externen Auftragnehmer mitgewirkt. Gera hat, so der Fachdienstleiter, aktuell 110 Sportvereine mit 16.000 Mitgliedern.

In diesem und nächstem Jahr soll der Sportentwicklungsplan entstehen. Dazu gehöre neben der Analyse der vorhandenen Infrastruktur auch eine Sportverhaltensstudie und auch Workshops, bei denen Bürger eingebunden werden sollen.

Im Haushaltplan sollen für dieses und für nächstes Jahr 35.000 Euro städtische Eigenmittel geplant werden. Außerdem sind beim Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport 30.000 Euro Fördermittel beantragt. Das Angebot der Potsdamer umfasst ein Volumen von insgesamt 92.000 Euro und könnte also mit den geplanten Geldern abgedeckt werden.

Im Moment ist noch kein Vertrag möglich, da die Haushaltgenehmigung noch aussteht. „Wir erwägen eine Teilgenehmigung, um den Auftrag auslösen zu können“, sagte René Soboll gestern und sieht die Signale dafür „positiv“.

Am 25. Februar soll dem Sportausschuss des Stadtrates die geplante Beauftragung vorgestellt werden.

 

Ostthüringer Zeitung vom 06.02.2019, Sylvia Eigenrauch

Quelle/ URL: https://gera.otz.de/web/gera/startseite/detail/-/specific/Externe-sollen-Sportentwicklungsplan-Gera-2030-erarbeiten-3930470

Stendaler steigen gern aufs Rad

Für eine Sportverhaltensstudie wurden Stendaler Bürger befragt. 

 

Stendal. Die Bürger der Hansestadt Stendal sind erfreulich aktiv, können ihre zeitlichen Belastungsumfänge aber noch deutlich steigern, wenn sie etwas Gutes für ihre Gesundheit tun wollen. Zu diesem Ergebnis kommen die Potsdamer Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Barsuhn und Prof. Dr. Jürgen Rode vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg.

4000 Einwohner der Hansestadt Stendal hatten im vergangenen Jahr einen Fragebogen zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten erhalten. Fast jeder Fünfte – um genau zu sein: 767 Personen – hat ihn beantwortet und zurückgesandt. „Mit 19 Prozent konnten wir eine gute Rücklaufquote erzielen, auch im Vergleich zu anderen bundesweit durchgeführten Sportverhaltensstudien“, erläutert Michael Barsuhn.

Sanft und ausdauerorientiert

Im Rahmen der repräsentativen Befragung gaben 74 Prozent der Bürger an, sportlich aktiv zu sein. Aber nur 38 Prozent erreichen auch tatsächlich Zeit- und Belastungsumfänge, die zu physischen Anpassungserscheinungen und nachhaltigen Gesundheitseffekten führen, informieren die Potsdamer Wissenschaftler. Deutlich wird auch, dass Sporttreiben im Verein im Durchschnitt höhere Gesundheitseffekte nach sich zieht als außerhalb des Vereins – ein gutes Argument für die Unterstützung der gemeinwohlorientierten Sportvereine in der Hansestadt.

Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, dass neben Sportanlagen wie Sporthallen und Sportplätzen vornehmlich der öffentliche städtische Raum, also zum Beispiel Parkanlagen, Straßen, Radwege und Waldwege, von den Stendalern für sportliche Betätigung genutzt werden. „Rund 60 Prozent aller Sport- und Bewegungsaktivitäten finden hier statt“, erklärt Jürgen Rode.

„Die Alterung der Gesellschaft sowie der anhaltende Trend zur Individualisierung und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein verschieben den Fokus hin zu sanften und ausdauerorientierten Sport- und Bewegungsformen“, macht Jürgen Rode deutlich. Das spiegelt sich bei den beliebtesten Sportarten und Bewegungsformen der Bevölkerung Stendals wider: Radfahren rangiert auf Position eins, gefolgt von Fitnesstraining, Laufen/Joggen und Spazierengehen. Die beliebteste Mannschaftssportart ist Fußball.

Workshops mit Vereinen

„Die künftige Planung muss sich an den konkreten Sport- und Bewegungsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren, deshalb ist es zwingend, sie in den Planungsprozess einbeziehen. Die gute Rücklaufquote bestätigt dies und zeigt das große Interesse am Thema in der Bürgerschaft“, so Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU). In den nächsten Wochen werden die Daten vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung weiter ausgewertet und zu Handlungsempfehlungen verdichtet.

Um die Handlungsempfehlungen für die Sportentwicklung der Hansestadt mit Erfahrungen aus der Praxis sinnvoll zu ergänzen, folgen in diesem Frühjahr Workshops mit den Stendaler Sportvereinen sowie interessierten Bürgern. „Eine umfassende Beteiligung ist für eine Sportentwicklungsplanung essentiell,“ erläutert Barsuhn. „Nur so können wir die Bedarfe aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und Impulse für eine zielführende Vernetzung von Sport- und Stadtentwicklung in Stendal ableiten.“

 

Volksstimme vom 23.01.2019, Volker Langner

Quelle/ URL: https://www.volksstimme.de/lokal/stendal/umfrage-stendaler-steigen-gern-aufs-rad

Fachliche Sportstättenkataster – Berliner Bezirke erheben den Bestand aller Sportanlagen

Die Berliner Bezirke stehen vor der Herausforderung, sportliche Angebots- und Infrastrukturen langfristig und bedarfsgerecht zu planen. Um Fehlinvestitionen zu vermeiden wird das Ziel einer integrierten Sportentwicklungsplanung mit dem Planungshorizont bis zum Jahr 2035 verfolgt. Als Grundlage der Planung ist eine Bestandsaufnahme in Form von Begehungen der gedeckten und ungedeckten Sportanlagen notwendig. Es werden u.a. die Maße, die Beläge und die Erreichbarkeit aufgenommen. Abschließend werden die Sportanlagen hinsichtlich ihres Bauzustandes und ihrer Barrierefreiheit bewertet. Alle Daten werden in eine Datenbank eingepflegt und stehen als Grundlage für die integrierte Sportentwicklungsplanung zur Verfügung.

Die Stadtplaner und Ingenieure des Instituts für kommunale Sportentwicklungsplanung erstellen und analysieren den Bestand aller Sportanlagen in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf und Pankow.

Sportentwicklungsplan für den Berliner Stadtbezirk Reinickendorf

Mit der Erstellung eines integrierten Sportentwicklungsplans geht der Bezirk Reinickendorf die Herausforderungen der steigenden Bedarfe im Schul-, Vereins- und individuellen Sport an. Das Institut für kommunale Sportentwicklung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg erstellt im kooperativen Verfahren mit Verwaltung, Politik sowie Bürgerinnen und Bürgern bedarfsgerechte Handlungsempfehlungen mit einem Planungshorizont bis zum Jahr 2030. Für die Erstellung ist eine ausführliche Erhebung und Analyse des Bezirks nötig. Die gedeckten und ungedeckten Anlagen wurden in Form eines Sportstättenkatasters durch das INSPO erhoben und ausgewertet. Der Bauzustand und die Barrierefreiheit der Anlagen sind einer Datenbank hinterlegt. Diese dient als Grundlage für die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung. Wesentliche Ziele der Sportentwicklungsplanung im Bezirk Reinickendorf sind die qualitative und quantitative Verbesserung der Flächenangebote sowie die Identifikation besonders entwicklungsfähiger Grün- und Verkehrsflächen.

Sportentwicklungsplan für den Berliner Stadtbezirk Mitte

Der Stadtbezirk Mitte hat das Wissenschaftsteam des Instituts für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam mit der Erstellung eines integrierten Sportentwicklungsplans beauftragt.

Dieser Plan dient als Instrument mit qualifizierten Handlungsempfehlungen für eine bedarfsgerechte und langfristige Entwicklung von Sport- und Bewegungsräumen. Der Bezirk Mitte ist durch seine zentrale Lage besonderen Herausforderungen ausgesetzt. So wurde im Sozialen Infrastruktur Konzept (SIKo) für den Prognoseraum Zentrum ein konstantes Versorgungsdefizit an ungedeckten Sportanlagen bis zum Jahr 2030 herausgestellt.

Der Entwicklungsplan soll mit der Identifizierung von entwicklungsfähigen Standorten entgegenwirken. Wesentliches Ziel und damit ein besonderer Schwerpunkt der Sportentwicklungsplanung im Bezirk Mitte ist die qualitative und quantitative Verbesserung der Flächenangebote für Sport und Bewegung. Der Blick für entwicklungsfähige Grün- und Verkehrsflächen soll geschärft und mit Handlungsempfehlungen für Sport- und Bewegungsräume untersetzt werden.

Als Grundlage für die Bestands-Bedarfs-Bilanzierung dient das vom INSPO erhobene Sportstättenkataster. Über die zusammengestellten Daten können der Bauzustand und die Barrierefreiheit aller Bestandsanlagen beurteilt werden. Für die Identifizierung potenzieller Entwicklungsstandorte sind ebenso quartiersbezogene Umfeldanalysen nötig.

Im Rahmen einer kooperativen Planung werden Verwaltung, Politik, Sportvereine, Schulen, weitere Stakeholder sowie Bürgerinnen und Bürgern partizipieren und den Planungsprozess mit ihren Impulsen bereichern.

Sportentwicklungsplan für die Landeshauptstadt Potsdam

Stendal – Erste Ergebnisse zur Sportentwicklungsplanung ausgewertet

Stendal – Als „erfreulich aktiv“ aber mit dem Potenzial, „zeitliche Belastungsumfänge noch zu steigern“, wenn Stendaler „etwas Gutes für ihre Gesundheit tun wollen“, werten Potsdamer Wissenschaftler das Sportverhalten der Kreisstadt-Bevölkerung aus. 

Wie die Stadt auf AZ-Anfrage mitgeteilt hat, liegen erste Ergebnisse der im August/September veranstalteten Umfrage zur Sportentwicklungsplanung vor.

Radfahren stehe laut Auswertung auf Platz eins der beliebtesten Sportarten der Stendaler – gefolgt von Fitnesstraining, Laufen/Joggen und Spazierengehen. Die Einwohner der Rolandstadt scheinen ruhige Sportarten zu favorisieren. Dr. Jürgen Rode, der die Umfrage begleitet hat, sieht den Grund für den sich verschiebenden Fokus auf „sanfte und ausdauerorientierte Sport- und Bewegungsformen“ in der Alterung der Gesellschaft und dem zugleich gesteigerten Gesundheitsbewusstsein der Ostaltmärker.

Um ihren Aktivitäten nachzugehen, würden die Stendaler vor allem auf den öffentlichen, städtischen Raum zurückgreifen, weist die Umfrage nach. Parkanlagen, Straßen, Rad- und Waldwege würden von den Anwohnern verstärkt genutzt werden. „Rund 60 Prozent aller Sport- und Bewegungsaktivitäten finden dort statt“, berichtet Rode weiter.

Von den Befragten gaben 74 Prozent an, sportlich aktiv zu sein. Jedoch würden nur 38 Prozent auch Belastungsumfänge erreichen, die einen nachhaltigen Effekt auf Körper und Gesundheit mit sich bringen würden. Vor allem der Vereinssport könne höhere gesundheitliche Erfolge erzielen, weise die Studie nach.

Im August wurden an 4000 zufällig ausgewählte Menschen aus der Rolandstadt Fragebögen zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten übersendet. 767 Anwohner haben ihre Antworten an die Stadtverwaltung zurückgeschickt.

„Mit 19 Prozent können wir eine gute Rücklaufquote erzielen, auch im Vergleich zu anderen bundesweiten Sporverhaltensstudien“, erklärt Dr. Michael Barsuhn. Die Auswertung erfolgte über das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (Inspo) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie des Landes Brandenburg.

In den kommenden Wochen werde das Inspo die Daten der Umfrage noch genauer auswerten, informiert die Stadt Stendal. Darauf basierend könne dann eine Handlungsempfehlung für die Sportentwicklung in der Hansestadt erfolgen. Ergänzt werden soll die Auswertung der Fragebögen mit Workshops, die im Frühjahr beginnen sollen.

„Eine umfassende Beteiligung ist für die Sportentwicklung essenziell“, sagt Barsuhn. Wie die Handlungsempfehlungen am Ende aussehen, bleibt also noch abzuwarten. Allerdings könnte es sich positiv auf die Unterstützung von Vereinen auswirken, berichtet die Stadt, da der Vereinssport laut Studie höhere Gesundheitseffekte mit sich bringe.

 

az-online.de vom 18.01.2019, Laura Kühn

Quelle/ URL: https://www.az-online.de/altmark/stendal/radfahren-beliebtester-sport-11305895.html