Forschungsprojekt bestätigt: Kooperation zwischen Sport- und Stadtentwicklung zahlt sich aus

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Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung veröffentlicht in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) Studie zu Kooperationen und Netzwerken von Sport und Stadtentwicklung

„Kooperative Sportlandschaften“ für innovative Stadtraumgestaltung

Dass Sport und Stadtentwicklung zusammen gedacht werden sollten, scheint heute ein tragfähiger gesellschaftlicher Konsens zu sein. Denn, so Nina Böcker (Wissenschaftlerin vhw): „Der Sport ist wesentlicher Baustein der stadtgesellschaftlichen Entwicklung und wichtiger Stabilitätsfaktor des sozialen Zusammenhalts.“ Trotzdem kommt es immer wieder zu Klagen darüber, dass der Sport als gesellschaftliches Potenzial und urbane Ressource in der Stadtentwicklung nicht genügend Aufmerksamkeit erfährt und die Interessen des Sports nicht ausreichend in den Planungsprozessen berücksichtigt werden. Für die Akteure der Stadtentwicklung gestaltet es sich hingegen oft schwierig, die meist rein ehrenamtlich organisierten Sportvereine oder – noch schwieriger – den nichtorganisierten Sport als „Akteur“ in Planungsprozesse zur Stadtentwicklung angemessen einzubinden.

Studie untersucht erstmalig systematisch die Kooperationslandschaft

Diese Erkenntnis hat den vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw) dazu bewogen, das Thema „Kooperative Sportlandschaften – Netzwerke und Kooperationen im Spannungsfeld zwischen Stadtentwicklung und Sport“ zum Gegenstand eines Forschungsprojektes zu machen, das von Prof. Dr. Michael Barsuhn und seinem Team vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der ESAB Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (FHSMP) durchgeführt wurde.

„Gelingensbedingungen“ und Handlungsempfehlungen für Kooperationen formuliert

Die Studie zeigt, dass Kooperationen von Akteuren der Stadtentwicklung und des Sports beeindruckende Auswirkungen sowohl auf stadträumliche als auch sportimmanente Transformationsprozesse haben können.
„Kooperationen zwischen Akteuren des Sports und der Stadtentwicklung befördern die Entstehung attraktiver und öffentlich zugänglicher städtischer Sport- und Bewegungsräume. Sie sind damit wichtiger Ausgangspunkt für eine Aktivierung der Bevölkerung und bekämpfen den Bewegungsmangel in unserer Gesellschaft,“ so Prof. Barsuhn. Wichtige Rahmenbedingungen für das Gelingen von Kooperationsbeziehungen sind u. a. die Sportorientierung der Kommune, eine konstante Beteiligung der lokalen Sportakteure über den Projektverlauf mit klar formulierten Erwartungen und Zielen, eine gute intersektorale Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung, feste Ansprechpersonen und Netzwerk- „Kümmerer“ sowie eine klare und inspirierende Vision, was aus der Projektkooperation am Ende entstehen kann. Abschließend werden in der Studie konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen, Verbände und Vereine formuliert.

Andreas Silbersack, Vizepräsident Breitensport/Sportentwicklung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB): „Die Studie hat eine Wissensbasis geschaffen, auf deren Grundlage Handlungsempfehlungen formuliert werden, wie Akteure aus dem Sport besser in Prozessen der Stadtentwicklung mitwirken können. Ich bin zuversichtlich, dass die in diesem Bericht veröffentlichten Ergebnisse eine besondere Aufmerksamkeit finden werden.“

Weitere Informationen:
Das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) e. V. erforscht die vielfältigen Facetten von Sport und Bewegung in der Gesellschaft und nimmt dabei insbesondere die integrativen und gesundheitsfördernden Potenziale ins Blickfeld. Das Forschungsfeld bezieht sich auf die Sportentwicklung im kommunalen und interkommunalen Raum. Unter dem Dach des Instituts versammelt sich sowohl sportwissenschaftliche als auch stadtplanerische Expertise. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des INSPO analysieren die Sport- und Bewegungsstrukturen von Städten, Gemeinden und Landkreisen und beraten Kommunalverwaltungen, Sportverbände und Sportvereine mit Blick auf ihre zukünftige Entwicklung. Das INSPO ist An-Institut der staatlich anerkannten ESAB Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (FHSMP).

Der vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. ist ein gemeinnütziger Verband. Er engagiert sich durch Fortbildung und Forschung in den Handlungsfeldern Wohnen und Stadtentwicklung für die Leistungsfähigkeit der Kommunen, eine vielfältige Bürgergesellschaft sowie die Stärkung der lokalen Demokratie. Die Forschungsabteilung des vhw e. V. untersucht Grundlagen nachhaltiger Stadt- und Quartiersentwicklung, lokale Steuerungs- und Kommunikationsprozesse und arbeitet unmittelbar mit Akteuren vor Ort daran, Teilhabe und Co-Produktion von Stadt in der Praxis möglichst inklusiv zu gestalten und an das repräsentativ-demokratische System anzubinden. [www.vhw.de]

Originalpublikation:

Barsuhn, M., Auerswald, K., Krauß, S. (2021): Kooperative Sportlandschaften. Netzwerke und Kooperationen im Spannungsfeld von Stadtentwicklung und Sport, vhw-Schriftenreihe 31. Berlin.

Weitere Informationen: Schriftenreihe Nr. 31 [PDF]

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft, abgerufen am 15.11.21 (https://idw-online.de/de/news779073)

Beitragsfoto: Wozniak, T. (2017). Free photo on unsplash, verfügbar unter: https://unsplash.com/photos/TEYrLTKKMSg.