Sportentwicklungsplanung für Wismar: INSPO präsentiert Zwischenergebnis

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Haben die Umfrage entwickelt: Jürgen Rode, Institut kommunale Sportentwicklungsplanung (l.), Susanne Möller, Abteilungsleiterin Sport in der Stadtverwaltung, und Michael Barsuhn, Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung.

Das Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO) an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam (FHSMP) der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg (ESAB) arbeitet an der Sportentwicklungsplanung für die Hansestadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Im Frühjahr 2018 soll der Handlungsleitfaden vorliegen und Empfehlungen für die dringend notwendigen Investitionen in die Sportinfrastruktur geben.

Wismar, 09.11.2017

Die ersten Ergebnisse der im Frühjahr erfolgten Umfrage zum Sport in Wismar liegen vor. Ein Fazit lautet: „Die Bürger sind erfreulich aktiv, können ihre zeitlichen Belastungsumfänge aber noch deutlich steigern, wenn sie etwas Gutes für ihre Gesundheit tun wollen.“ Zu diesem Ergebnis kommen die Potsdamer Wissenschaftler Professoren Jürgen Rode und Michael Barsuhn vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg.

Die im Frühjahr durchgeführte Umfrage bildet den Auftakt. Am Ende der Entwicklungsplanung soll es konkrete Empfehlungen geben. Zum Beispiel, welche Sportstätten neu gebaut oder saniert werden sollen. Die Stadt kooperiert mit dem Institut. Die Kosten belaufen sich auf rund 45 000 Euro.

Luft nach oben

Im Rahmen der repräsentativen Befragung gaben 77 Prozent der Bürger an, sportlich aktiv zu sein. „Aber nur 39 Prozent erreichen auch tatsächlich Zeit- und Belastungsumfänge, die zu physischen Anpassungserscheinungen und nachhaltigen Gesundheitseffekten führen“, so Prof. Dr. Barsuhn. Deutlich werde auch, dass Sporttreiben im Verein im Durchschnitt höhere Gesundheitseffekte nach sich zieht als außerhalb des Vereins. Dies sieht der Wissenschaftler als ein gutes Argument für die Unterstützung der Sportvereine.

Beliebte Sportarten

Die Untersuchung zeige darüber hinaus, dass neben den traditionellen Sportanlagen wie Sporthallen und Sportplätzen insbesondere der öffentliche städtische Raum, also Parkanlagen, Straßen, Radwege und Waldwege, von den Bürgern für sportliche Betätigung genutzt werden. „Knapp die Hälfte aller Sport- und Bewegungsaktivitäten findet hier statt“, so Michael Barsuhn, der weiter sagt: „Die Alterung der Gesellschaft sowie der anhaltende Trend zur Individualisierung und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein verschieben den Fokus hin zu sanften und ausdauerorientierten Sport- und Bewegungsformen.“

Bei den beliebtesten Sportarten der Bevölkerung Wismars rangiert Radfahren auf Position eins, gefolgt von Spazierengehen, Laufen sowie Fitnesstraining. Die beliebteste Mannschaftssportart ist Fußball.

1480 Bürger beteiligten sich

6000 Wismarer hatten im Frühjahr einen Fragebogen zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten erhalten. 1480 Personen haben sich beteiligt. Professor Rode: „Mit rund 25 Prozent konnten wir eine sehr gute Rücklaufquote erzielen, auch im Vergleich zu anderen Studien, die von unserem Team derzeit bundesweit durchgeführt werden.“ Für Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) zeigt die hohe Rücklaufquote das „große Interesse am Thema in der Bevölkerung“.

Aussagen zu Investitionen

Zur künftigen Ausrichtung sagt der Bürgermeister: „Die Planung muss sich an den konkreten Sport- und Bewegungsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren. Deshalb ist es zwingend, sie in den Planungsprozess einzubeziehen.“ In den nächsten Wochen werden die gesammelten Daten von dem Potsdamer Sportinstitut weiter ausgewertet und zu konkreten Handlungsempfehlungen verdichtet. Hierzu gehört auch eine Einschätzung der Sportanlagen, „aus der für die Hansestadt zukünftige Investitionskosten abgeleitet werden können“, so Barsuhn.

Quelle/ URL: http://www.fhsmp.de/hochschule/aktuelles/aktuelle-meldung-detailansicht.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=460&cHash=51e4400d66fa5c64ccb7d705fa86f007